Entstehungsursachen von Übergewicht

Energieaufnahme und Energieverbrauch stehen beim gesunden Menschen im Gleichgewicht. Es werden also gleichviel Kilokalorien aufgenommen, wie verbraucht werden. Das Körpergewicht bleibt stabil.

Wird über einen längeren Zeitraum hinweg mehr Energie aufgenommen als verbraucht, kommt es zu einer gestörten Energiebilanz, d.h. die Energiezufuhr ist höher als der Energieverbrauch. Die überschüssige Energie wird eingelagert und verursacht Übergewicht.

Fazit: Wer mehr isst als er (ver-) braucht, wird dicker.

 

Die Ursachen, die zu Übergewicht führen, sind zahlreich und resultieren aus verschiedensten Einflüssen und Verhaltensweisen. 
Die wesentlichsten Gründe sind im Folgenden kurz zusammengestellt:

  • zu kalorienreiche, süße und fette Ernährung
  • zu wenig Bewegung, zu hastiges Essen (Stress)
  • Minderwertigkeitsgefühle, falsche oder zweifelhafte Idealvorstellungen
  • persönlicher Frust und Ärger, persönliche Ängste
  • Langeweile, unkontrolliertes Essverhalten
  • falsche Gedankeninhalte (Kognitionen)
  • anerzogene Eßgewohnheiten wie z.B. den Teller leer essen (das Sättigungsgefühl geht verloren)
  • Essen als Ersatz für emotionale und persönliche Zuwendung
  • fehlende Kontrolle des richtigen Essens durch die Eltern z.B. Geld als Ersatz für das Schulbrot
  • Überangebot an Genussmitteln
  • Medikamente oder Hormonpräparate (können den Appetit steigern)

Fettanteil der Nahrung

Hauptgrund für eine übermäßige Energiezufuhr ist ein zu hoher Fettanteil in der Nahrung. Fett hat mehr als doppelt soviel Kalorien wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Als Faustregel gilt deshalb: mindestens 50% der Tageskalorienmenge soll aus Kohlenhydraten stammen, 15% bis 20% aus Eiweiß (Protein) und höchstens(!) 30% aus Fett.

Der Durchschnittsbürger nimmt jedoch weit mehr als 50% Fettkalorien zu sich, wobei hier v.a. die versteckten Fette z.B. in Wurst übersehen werden. Wichtig ist also eine möglichst fettbewusste Ernährung. Unser Organismus ist kaum auf Fett angewiesen, da er selbst Fette aus Kohlenhydraten aufbauen kann. Er benötigt Fett lediglich, um fettlöslich Vitamine resorbieren zu können und Mangelerscheinung aufgrund des Fehlens essentieller Fettsäuren zu vermeiden.

 

Essen aus Frust

Auch das Essen aus Frust spielt beim Thema Übergewicht eine große Rolle. Wer kennt ihn nicht, den Heißhunger auf etwas Süßes, wenn man gestresst ist oder es einem schlecht geht?

Das serotonerge System ist wesentlich an der Regulation der Stimmung beteiligt. Um den Neurotransmitter Serotonin aufzubauen, ist die essentielle (lebensnotwendige) Aminosäure Tryptophan unerlässlich, die z.B. in Kartoffeln, Erbsen, Vollei, aber auch in Nüssen oder Milchprodukten vorkommt. Je mehr Tryptophan ins Gehirn gelangt, umso mehr Serotonin wird gebildet und ausgeschüttet, was eine stimmungsaufhellende Wirkung zur Folge hat.

Essen kann also zwar kurzfristig helfen, schwierige Situationen besser zu ertragen, aber Vorsicht: daraus können leicht Übergewicht und Abhängigkeit entstehen!

 

Ausreden

Jeder Mensch besitzt von Geburt an ungefähr gleich viele Fettzellen, es kommt nur darauf an, wie gut diese gefüllt sind. Das macht den Unterschied zwischen schlank und dick aus. Ausreden und Ausflüchte helfen da nichts mehr! Ein paar "faule" Ausreden möchten wir bei der Gelegenheit aus der Welt schaffen:

schwerer Knochenbau: Na gut, das kann sein, es gibt Unterschiede. Doch wissenschaftlich erwiesen ist: bei einem Skelett von gleicher Größe und Geschlecht liegt die Abweichung beim Gewicht bei max. 2 kg. Das Gewicht der Knochen beeinflusst unser Gewicht also nur minimal.

Schilddrüsen-Fehlfunktion: Immer wieder gerne benutzt, um Übergewicht zu rechtfertigen. Aber auch Fehlfunktionen der Schilddrüse sind i. d. R. nicht ausschlaggebender Grund für Übergewicht. In verschiedenen klinischen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Fehlfunktionen der Schilddrüse max. 4% des Übergewichtes verursachen.

Vererbung: Auch so eine Geschichte, auf der man sich gerne ausruht, doch noch lange kein Grund, sich darauf sein Leben lang zu berufen. Einige Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass eine Vorbelastung gegeben ist, wenn in der Familie Übergewicht öfter vorkommt. Doch sollte dies keine Entschuldigung sein, hemmungslos zu essen

 

 
 © 05 / 2003 by Marina Feldmann